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  • Mehrfamilienhaus in Bendorf mit 8 Wohneinheiten und Glasbalkon
MFH H111 Bendorf

Neubau eines Wohnhauses mit 8 Wohneinheiten

PROJEKTDATEN

FERTIGSTELLUNG: 2024

HOAI LPH:  1-8

BGF:              ca. 1.500 m²

ORT:             Bendorf

TYPUS:         Mehrfamilienhaus

OBJEKT

Mit dem Projekt H111 Bendorf realisierten die Geschäftsführer der MPLUS ARCHITEKTEN ein eigenes architektonisches Konzept zur Entwicklung eines 8-Familienhauses in einer innerstädtischen Baulücke. Das Vorhaben versteht sich als bewusst gesetzter Beitrag zur aktuellen Wohnungsfrage und als praxisnaher Nachweis dafür, dass auch unter engen rechtlichen, wirtschaftlichen und räumlichen Rahmenbedingungen qualitätsvoller Wohnraum geschaffen werden kann. Im Mittelpunkt steht dabei die Überzeugung, dass Baulückenschließung und innerstädtische Verdichtung nicht nur ein planerisches Mittel, sondern eine gesellschaftlich relevante Aufgabe sind.

ORT

Das Projekt entsteht im innerstädtischen Kontext von Bendorf und reagiert auf die typischen Herausforderungen einer Baulückenschließung im Bestand. Maßgeblich für die Planung ist die Einfügung in die umgebende Bebauung nach § 34 BauGB, also die Entwicklung eines Gebäudes innerhalb eines bereits bebauten Ortsteils ohne gesonderten Bebauungsplan. Genau darin liegt die planerische Komplexität des Vorhabens: Der Neubau muss sich in Maßstab, Struktur und Nutzungslogik in ein bestehendes Umfeld einfügen und zugleich eine eigenständige architektonische Antwort auf den Wohnraumbedarf geben.

 

Die besondere Herausforderung solcher Projekte besteht darin, auf engem Raum wirtschaftliche, funktionale und nachbarschaftsverträgliche Lösungen zu entwickeln. H111 Bendorf versteht diese Rahmenbedingungen nicht als Einschränkung, sondern als Ausgangspunkt eines präzisen Entwurfs, der Verdichtung mit stadträumlicher Verantwortung verbindet.

 

KONZEPT

Das architektonische Konzept folgt der Idee, aus einer komplexen Grundstückssituation eine Win-win-Situation für mehrere Ebenen zugleich zu entwickeln: für die Stadtentwicklung, für Investoren, für die Nachbarschaft und für die späteren Nutzer. Diese Mehrdimensionalität ist der eigentliche Kern des Projekts. Es geht nicht nur darum, möglichst viele Wohnungen unterzubringen, sondern darum, räumliche Effizienz, Wirtschaftlichkeit und soziale Verträglichkeit in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen.

 

Der Entwurf reagiert deshalb mit einer klaren und wirtschaftlich tragfähigen Struktur. Trotz begrenzter Grundstücksverhältnisse konnten acht Wohneinheiten sowie zwölf Stellplätze realisiert werden. Das Projekt zeigt damit, dass innerstädtische Nachverdichtung nicht zwangsläufig mit Qualitätsverlust einhergehen muss, sondern bei präziser Planung ein belastbares Modell für wirtschaftlichen Wohnungsbau sein kann.

 

ARCHITEKTUR

Architektonisch steht H111 Bendorf für eine Haltung, die zwischen Pragmatismus und städtebaulicher Verantwortung vermittelt. Das Gebäude wird nicht als spektakuläres Einzelobjekt verstanden, sondern als präzise gesetzter Stadtbaustein. Seine Qualität liegt in der intelligenten Nutzung des verfügbaren Raums, in der ruhigen Einfügung in den Kontext und in der Fähigkeit, eine bestehende städtebauliche Lücke in ein funktionierendes Stück Stadt zu verwandeln.

 

Gerade bei Projekten dieser Art entsteht architektonische Qualität weniger aus formaler Geste als aus planerischer Präzision. Die Aufgabe verlangt, Grenzen nicht nur einzuhalten, sondern produktiv zu nutzen. H111 Bendorf macht genau dies sichtbar: ein Gebäude, das aus Restriktionen eine schlüssige räumliche Ordnung entwickelt und daraus einen robusten, marktfähigen und stadtverträglichen Wohnbaustein formt.

 

WOHNEN UND STADTENTWICKLUNG

Die Knappheit von Wohnraum ist landesweit spürbar, während gleichzeitig neue Flächenressourcen begrenzt sind. Vor diesem Hintergrund gewinnt die innerstädtische Verdichtung eine zentrale Bedeutung. H111 Bendorf zeigt exemplarisch, wie Baulückenschließung als nachhaltige und ressourcenschonende Strategie funktionieren kann. Das Projekt nutzt vorhandene Infrastruktur, vermeidet zusätzlichen Flächenverbrauch und stärkt zugleich das bestehende Stadtgefüge.

 

Damit wird das Vorhaben auch zu einem Beitrag für eine differenzierte Wohnungsmarktdebatte. Die Analyse des Projekts macht deutlich, dass Wohnungsbau trotz anspruchsvoller rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiterhin als zukunftsfähiges und wirksames Entwicklungsfeld verstanden werden kann. Gerade dort, wo restriktive Bedingungen herrschen, entsteht durch gute Planung die Chance, nachhaltigen und bezahlbareren Wohnraum in zentralen Lagen zu schaffen.

 

PLANUNGS-PLUS

Die besondere Stärke des Projekts liegt in seiner Konsequenz. Auf begrenztem Raum wurden acht Wohneinheiten und zwölf Stellplätze realisiert und damit sämtliche Zielvorgaben für eine ökonomische und effiziente Baulückenschließung erfüllt. Das Projekt wirkt dem angespannten Wohnungsmarkt im Großraum Koblenz konkret entgegen und zeigt, dass Verdichtung nicht nur städtebaulich sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähig sein kann.

 

So steht H111 Bendorf exemplarisch für eine Architektur, die Verantwortung übernimmt: gegenüber dem Ort, gegenüber dem Wohnungsmarkt und gegenüber den realen Bedingungen des Bauens. Aus einer Baulücke wird ein neuer Wohnort, aus planerischen Restriktionen entsteht architektonische Präzision — und aus einer schwierigen Ausgangslage ein Projekt mit klarer städtebaulicher und sozialer Wirkung.

Wohnraum ist knapp, der politische Wille zur Lösung begrenzt. Eine nachhaltige Antwort bietet die innerstädtische Verdichtung, insbesondere die Schließung von Baulücken. Doch Architekten stoßen hier oft auf Hürden: Bauaufsichtsbehörden setzen strenge Vorgaben aus Baugesetzbuch, Landesbauordnungen und Rechtsprechung durch.

Die Aufgabe besteht darin, diese Grenzen kreativ zu nutzen und eine Win-Win-Win-Win-Situation zu schaffen – für Stadtentwicklung, Investoren, Nachbarschaft und Nutzer. Aber wie gelingt das?

 

Planungs-Plus

Mission erfüllt! Trotz zahlreicher Hürden entstanden auf engem Raum 8 Wohneinheiten und 12 Stellplätze. Dieses Projekt lindert gezielt den teuren und knappen Wohnungsmarkt im Großraum Koblenz und schafft langfristig bezahlbaren Wohnraum. Alle Ziele für eine wirtschaftliche und effiziente Baulückenschließung wurden erreicht. Die Analyse zeigt: Trotz strenger rechtlicher und wirtschaftlicher Vorgaben bleibt der Wohnungsmarkt ein lohnendes Investment.